Hervorragende Hitzebeständigkeit für Hochleistungsanwendungen
Die herausragende Hitzebeständigkeit des Hartmetallstahls öffnet Möglichkeiten für Hochleistungsanwendungen, die mit herkömmlichen Materialien unmöglich wären, und stellt einen technologischen Vorteil dar, der Produktivitätssteigerungen und Prozessinnovationen unmittelbar ermöglicht. Während konventionelle Stahlwerkzeuge bereits bei Temperaturen um vierhundert Grad Celsius an Härte verlieren, behält der Hartmetallstahl seine strukturellen Eigenschaften und seine Schneidfähigkeit bei Temperaturen über tausend Grad Celsius bei. Diese thermische Stabilität resultiert aus den starken chemischen Bindungen innerhalb der Wolframcarbid-Kristallstruktur, die atomaren Störungen widerstehen, die bei anderen Materialien unter Hitzebelastung zur Weichwerdung führen. Für Hersteller bedeutet diese Hitzebeständigkeit die Möglichkeit, Maschinen mit höheren Drehzahlen und Vorschüben zu betreiben, was die Produktionsraten erheblich steigert, ohne die Werkzeugstandzeit oder die Bauteilqualität zu beeinträchtigen. Hochgeschwindigkeits-Bearbeitungsprozesse erzeugen beträchtliche Reibungswärme an der Schnittstelle, und die Fähigkeit des Hartmetallstahls, diese Temperaturen ohne Leistungsabfall zu bewältigen, ermöglicht Schnittgeschwindigkeiten, die zwei- bis fünfmal höher sind als mit Standardwerkzeugen. Die daraus resultierenden Produktivitätsgewinne sind bahnbrechend: Hersteller können Aufträge in einem Bruchteil der bisher erforderlichen Zeit abschließen, mehr Aufträge annehmen und ihre Wettbewerbsfähigkeit auf zeitkritischen Märkten verbessern. Die Hitzebeständigkeit des Hartmetallstahls beseitigt oder reduziert zudem den Kühlmitteleinsatz bei vielen Anwendungen, vereinfacht den Betrieb, senkt die Verbrauchskosten und trägt Umweltbelangen im Zusammenhang mit der Entsorgung von Kühlmitteln Rechnung. Trockenbearbeitung mit Hartmetallstahl-Werkzeugen gewinnt zunehmend an Beliebtheit, da Hersteller die Komplexität des Flüssigkeitsmanagements reduzieren möchten, ohne dabei hervorragende Ergebnisse einzubüßen. Anwendungen mit intermittierendem Schnitt – bei denen Werkzeuge wiederholten thermischen Zyklen ausgesetzt sind, während sie in das Werkstück eintreten und es wieder verlassen – profitieren besonders von der Hartmetallstahl-Technologie, da das Material dem thermischen Schock widersteht, der bei konventionellen Werkzeugen zu Rissbildung führt. Branchen, die mit schwer zerspanbaren Materialien wie Inconel, Titanlegierungen und vergüteten Stählen arbeiten, sind auf die Hitzebeständigkeit von Hartmetallstahl-Schneidwerkzeugen angewiesen, da diese Materialien extreme Temperaturen erzeugen, die herkömmliche Werkzeuge rasch zerstören würden. Der Luft- und Raumfahrtsektor sowie der Energiesektor, in denen solche exotischen Materialien verbreitet sind, haben sich speziell aufgrund der thermischen Leistungsmerkmale der Hartmetallstahl-Technologie darauf geeinigt, da diese ansonsten unmögliche Fertigungsprozesse routinemäßig und wirtschaftlich macht.